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Ausstieg aus dem Alltagszug

  • mira775
  • 27. Dez. 2020
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Apr. 2021


heute morgen erst zurück in wien gelandet muss ich schon der wunderschönen zeit der vergangenen letzten woche nachtrauern. zu schön war diese romanze auf einer kleinen insel in griechenland. mit zerschmettertem herzen bin ich an dem kleinen flughafen der insel letzten freitag gelandet. nun habe ich mit geheiltem herzen und einer extra portion selbstbewusstsein wieder österreichischen boden unter meinen füßen. hier ist der geruch der luft wieder kühl und frisch, ich bin zurück im alltag gelandet und musste die warme süßliche luft des unbekannten hinter mir lassen. noch habe ich alle bilder des urlaubes ganz klar vor mir, bald aber werden sie langsam beginnen zu schwinden und zu verblassen und von bildern aus dem alltag ersetzt. war nun eben doch nur ein moment und nicht das alltägliche leben. ein moment von einer woche. einen moment an nichts anderes denken, als den moment. einen moment keine zwänge und verpflichtungen. einen moment von reinstem genuss und tiefster entspannung. einen moment der freiheit.

der ausstieg aus dem rasenden zug des alltags war kein leichter und brauchte einige tage. als ich nun endlich den zug verlassen hatte und den boden der realität und freiheit unter meinen füßen hatte, konnte ich beginnen meine wege frei zu wählen und auch mal neue auszuprobieren. manchmal konnte ich bekannte straßen gehen, manchmal bevorzugte ich die etwas fremderen trampelpfade und manchmal war ich ganz mutig und begann mir meinen eigenen weg zu erkämpfen. bereit für ein abenteuer im unbekannten. raus aus der konformität der bekannten straßen und rein in den kampf gegen die von angst und zweifel bewachsenen wege des unbekannten. bereit diesen weg zu gestalten und neues kennenzulernen beschloss ich den bekannten weg zu verlassen. Ich sprach fremde menschen an, anstatt mit meinen schon langen bekanntschaften wiederholende gespräche zu führen. als dieser teil des neuen weges geschafft war kam ein neues hindernis: er. aber ich konnte die angst und den zweifel, welche mir den weg schwer zu machen versuchten, kleinschlagen und auch dieses hindernis zur seite schlagen: ich machte den ersten schritt… oder eher half ihm zum ersten schritt. am selben abend noch waren wir auf einen drink verabredet in einer kleinen bar im ort. dies war kein wirklich unbekannter weg. schon fast eine straße würde ich behaupten. dann begann er mir persönliche fragen zu stellen. nun war ich an einer kreuzung und musste mich entscheiden. soll ich ihm die wahrheit sagen oder ihm eine perfektionierte lüge bieten. ich entschloss mich für die lüge und somit den holprigeren weg. auf diesem weg kamen immer wieder große kämpfe mit der wahrheit. ein trampelpfad. schon mal gegangen. unsere weiteren treffen waren perfekt. der weg ging bergab und schien mühelos. nur zehrte der dreck des lügenweges an mir. der schmutz, mit dem ich mich verdreckt habe, war schwer und das weitergehen wurde immer mühsamer und kraftaufwendiger. ich konnte den dreck nur loswerden, indem ich ihn besiegte und mich mit der wahrheit wusch. nun musste ich mich für einen neuen weg entscheiden und den einfachen weg verlassen: ich sagte ihm die wahrheit über mich. dies war ein sehr riskanter weg; noch konnte ich nicht sehen was hinter dem berg von mut auf mich wartete: eine schlucht, welche das aus bedeutete und mein gemüt zerschmettern würde oder doch ein gemütlicher weg bergab? als ich endlich auf der spitze des mutberges war konnte ich mit erleichterung die straße sehen. nun musste ich nur mehr weitergehen und mich vom mutberg belohnen lassen. da hörte ich ein geräusch: ein tüten! es war die lokomotive des alltagzuges, in nur kurzer zeit würde sie mich wieder verschlingen und mich auf meine mühelose reise mitnehmen. mühelos war die reise zwar aber die schönen wege konnte ich nun nicht mehr gehen. alles zog an mir vorbei. nun konnte ich nur mehr mit mühe mich an all die wege erinnern, welche ich in der letzten woche gegangen bin. werde ich sie mir alle merken können, wenn ich mich nur genug anstrenge?


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